1440 – 2026 und darüber hinaus!

Die Ursprünge des Wasserschlosses reichen bis ins Jahr 1440 zurück. Erbaut wurde die Anlage von Balthasar von Wenkheim. 1513 ging das Schloss samt Domäne durch den Erwerb von Wilhelm von Bibra in den Besitz der Familie von Bibra über und prägte fortan über Jahrhunderte seine Geschichte.

Nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525 ließ Hans von Bibra das Schloss wieder aufbauen. Zwischen 1570 und 1600 erhielt die Anlage unter Heinrich von Bibra ihr prägendes Erscheinungsbild: In dieser Zeit entstanden unter anderem die markanten Treppentürme mit dem Übergang zwischen Süd- und Nordkemenate, die Toranlagen sowie der Wirtschaftshof mit Verwalterhaus, Scheunen und Stallungen.

Im Süden führte ursprünglich eine Zugbrücke über den Wassergraben zum Schloss – heute ist sie als feste Brücke restauriert und erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Anlage zerstört; bis heute sind die Gebäude unterschiedlich gut erhalten.

Mit viel Engagement begann 2001 eine neue Entwicklungsphase: Die Nordkemenate wurde durch die Eigentümerfamilie umfassend restauriert. Seit 2015 werden weitere Bereiche der Schlossanlage behutsam zu Wohnraum umgebaut. 2018 folgte die Sanierung des Anbaus der Südkemenate durch Marcel Neubert. Dabei entstanden drei moderne Wohneinheiten, die heute vermietet sind.

Die Familie von Bibra

Die Familie von Bibra ist ein fränkisches Uradelsgeschlecht. Der gleichnamige Stammsitz Bibra an der Bibra ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Grabfeld im Landkreis Schmalkalden-Meinigen im Freistaat Thüringen.

…knapp 600 Jahre Geschichte in Schwebheim…

  • 1094

    "Suebheim"

    „Suebheim“ wird erstmals schriftlich erwähnt. Eine Schenkungsurkunde belegt, dass der Schwebheimer Besitz der Judith, Tochter des letzten Schweinfurter Markgrafen, dem Benediktinerkloster Theres übereignet wird.

  • 1384

    Die Grafen von Castell

    Am Ende des 14. Jh. werden die Grafen von Castell als Besitzer Schwebheims genannt. Sie geben den Ort als Lehen an die Ritter von Wenkheim. Diese bleiben auch nach dem Wechsel der Lehenshoheit an die Grafen von Henneberg, der 1456 stattfand, die Dorfherren.

    1384

  • 1440

    Balthasar von Wenkheim

    Balthasar von Wenkheim erbaute das Schloss Schwebheim.

  • 1484

    Der erste Sakralraum

    Der erste Sakralraum Schwebheims, eine Kapelle am Plan, wird als Stiftung dieser Adelsfamilie errichtet.

    1484

  • 1513

    Jobst von Wenkheim verkauft

    Jobst von Wenkheim verkauft seinen gesamten Besitz in Schwebheim an den derzeitigen bischöflichen Amtmann von Haßfurt, Wilhelm von Bibra.

  • 1517

    Hans von Bibra

    Hans von Bibra, Würzburger Rat und Amtmann in Münnerstadt und auf der Karlsburg (Bruder des Fürstbischofs Lorenz von Bibra) erbt Schwebheim.

    1517

  • 1525

    Geplündert und abgebrannt

    Das gut befestigte Wasserschloss Schwebheim wird am 5./6. Mai vom Heidenfelder und Gerolzhöfer Bauernhaufen (in einer Stärke von ca. 8000 Mann) geplündert und abgebrannt.

    Hans von Bibra war nicht im Dorf. Er musste im Dienst seines Bruders mithelfen, die Feste Marienburg in Würzburg gegen die aufrührerischen Bauern zu verteidigen.

  • 1526

    Wiederaufbau

    Das Schloss Schwebheim wird durch Hans von Bibra auf den Resten der Bausubstanz nach den Zerstörungen im Bauernkrieg wieder aufgebaut.

    1526

  • 1571

    Heinrich von Bibra

    Heinrich von Bibra (1527 – 1602) wird Gutsherr in Schwebheim. Er wird mit 7 Orten und 60 zentpflichtigen Ortschaften zu einem der reichsten und einflussreichsten Adeligen Frankens.

    Die Ausgestaltung des Schlosses geschieht zwischen 1574 – 1576: Der geräumige Ökonomiehof, die Schlossscheunen, das Doppeltor, eine Ringmauer mit 4 Rund­türmen entstehen und 24 Bedienstete waren im Schoss beschäftigt.

  • 1576

    Kirche und Pfarrhaus für Schwebheim

    Der katholische Gutsherr Heinrich von Bibra lässt für seine um 1540 evangelisch gewordenen Untertanen eine neue Kirche und ein Pfarrhaus erbauen und besorgt die Anstellung eines Pfarrers. Während seiner Herrschaft erlebt Schwebheim eine Blütezeit.

    1576

  • 1618 – 1648

    Dreißigjähriger Krieg

    Bald nach dem Tod Heinrichs (1602) beginnen die Drangsale der Gegenreformation und die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges. Der Schwedenkönig Gustav Adolf verbringt, die Nacht vom 10. auf den 11. März 1632 im Schloss Schwebheim.

    Im April lässt der schwedische Kommandant von Schweinfurt die Wehrmauer des Schlosses abreißen, um sie zur Ausbesserung der Schweinfurter Stadtmauer zu verwenden.

    Am Ende des Krieges und der Pest ist das einst blühende Dorf zeitweilig menschenleer.

  • 1751 – 1821

    Lucretia Wilhelmine von Bibra

    Freifrau Lucretia Wilhelmine von Bibra ist im 18. Jh. die große Wohltäterin des Dorfes. Sie stattet eine Baustiftung aus, deren Zinsen für die Dorfbrunnen und den Erhalt des Schweinfurter Tores dienen. Schwebheimer Bürger erhalten Zuschüsse beim Hausbau.

    Bedeutend ist ihre Industrieschulstiftung, die der Unterweisung und Bildung von Mädchen dient.

    1751 – 1821

  • 1806 – 1878

    Dr. Ernst von Bibra

    1833 wurde der Naturwissenschaftler Gutsherr und richtete im Schloss ein chemisches Laboratorium ein, das schließlich das bedeutendste in Bayern wurde und erhebliche Umbaumaßnahmen im Innern erforderte. In der ersten Hälfte des 19. Jh. vermutlich um 1850, wurde ein Park westlich vom Schloss angelegt, zu dem eine steinerne Brücke mit Rokokogeländer führte.

    Als anerkannter Gelehrter ist er Mitglied in 24 wissenschaftlichen Vereinigungen, u.a. in der Leopoldina, der Kgl.Bayr. Akademie der Wissenschaften und der K.u.K. Akademie in Wien.

  • Um 1880

    Reinhold und Wolfgang von Bibra

    Reinhold und Wolfgang von Bibra, die Söhne des Ernst von Bibra führen nach Ableben des Vaters eine tiefgreifende Renovierung des Schlosses durch.

    1871 – 1952 Ernst von Bibra

    1873 – 1955 Hans von Bibra

    Die Brüder sind die letzten offiziellen Namensträger mit dem Namen von Bibra.

    Um 1880

  • 1958

    Armin Wagner

    Armin Wagner wurde als uneelicher Sohn von Ernst von Bibra geboren. In der Nachkriegszeit arbeitete er als Gerichtsschreiber in Schweinfurt und übte die Jagd in Schwebheim aus. Er regelte die Nachfolge für die letzten Namensträger von Bibra im Schloss Schwebheim und wurde von seinem Vater Ernst von Bibra notariell als Sohn anerkannt. Armin Wagner (1915 – 2005), der Sohn von Baron Ernst, wird von der Witwe seines Bruders Hans, Elisabeth, als Alleinerbe eingesetzt und zahlte die verbliebenden Erben aus.

  • 1969-1971

    Sanierung

    Armin Wagner sanierte Teile der Südkemenate, der Schlossscheunen und der Anbauten. Ein historischer Anbau an der Südkemenate wurde dabei abgerissen und als Neubau in gleicher Länge, jedoch auf voller Breite wieder aufgebaut. Das ehemalige Jägerhäuschen auf dem Schlossareal wurde abgerissen und als Garage wieder aufgebaut.

    1969-1971

  • 1991

    Substanzsicherung

    Das Schloss Schwebheim wurde aufwendig Substanzgesichert. Armin Wagner brachte dabei eine 2-jährige Eigenleistung mit ein. Rund 1 Mio. D-Mark wurden aus öffentlichen Mitteln für die Nordkemenate, Teile des sog. Hirschkopf und der Toranlage aufgewendet, um die Gebäude zu erhalten.

  • 1999-2001

    Gerda Neubert

    Gerda Neubert (Tochter von Armin und Hannelore Wagner) erhielt den Gebäudeabschnitt Hirschkopf und die Nordkemenate von Armin Wagner. Nach anfänglichen Überlegungen den Hirschkopf zu sanieren, entschied Sie sich für die Nordkemenate und baute diese zu einer Wohneinheit und Veranstaltungsräumen um.

    1999-2001

  • 2016

    Marcel Neubert

    Marcel Neubert (Sohn von Gerda Neubert und Enkel von Hannelore Wagner) kaufte 2016 das Schloss und leitete die Verhandlungen, um den Schlossgarten an die Gemeinde Schwebheim zu verkaufen. Seit dem Kauf wurden durch Marcel Neubert der Anbau der Südkemenate und die Nordkemenate zu Wohneinheiten umgebaut.

  • 2019

    "Hirschkopf"

    2019 wurde der Gebäudeabschnitt „Hirschkopf“ an die Söllner Wohn- und Gewerbebau GmbH & Co. KG verkauft. 2022 soll der Gebäudeabschnitt zu 5 Wohneinheiten ausgebaut werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz wird das Gebäude im ursprünglichen Zustand gebaut.

    2019

  • 2022-2025

    Außenanlagen

    Die Außenanlagen vom Schloss Schwebheim wurden durch Marcel Neubert weitestgehend nach dem ursprünglichen Vorbild der Schlossanlage um 1570 wieder hergestellt, darunter der Innenhof, die Mauern vom Wassergraben und die Terassen an der Nordkemenate.

  • 2025

    Nordkemenate 2. OG

    In der Nordkemenate sind durch Marcel Neubert drei neue Wohneinheiten entstanden.

    2025

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